Was die Skilifte verbinden, kann eine Frau nicht trennen

Mike kenne ich seit der Grundschule. Wir waren die einzigen, die am Wandertag nicht ständig schmollten und zeterten. Die Begeisterung für Berge knüpfte damals das Band zwischen uns „Außenseitern“. Spätestens seit der ersten Schulskiwoche sind wir beste Freunde. Wir verstehen uns blind, auch wenn wir sonst recht unterschiedliche Leben führen. Frauen, Studium, Umzug – alles veränderte sich bis auf unsere Leidenschaft fürs Skifahren. Während des Studiums borgte er mir auch schon mal Geld für unsere Skiausflüge. Jetzt machen wir uns regelmäßig in meinem schnittigen BMW XDrive zum Skifahren. Auf der Höhenstraße nach Hochfügen macht mein BMW richtig Spaß. Meine Freundin ist klug genug, sich unserem Ski-Dreamteam nicht in den Weg zu stellen. Denn was Skilifte ein Leben lang verbinden, kann eine Frau nicht trennen. Punkt. 

 

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Wie üblich, haben uns zu Saisonbeginn die Tirol Snowcard besorgt und testen unterschiedlichste Skigebiete in den Alpen. Hochfügen im Zillertal ist unser Hausberg. Einerseits aufgrund der Nähe zu München, andererseits weil es herausfordernd, sportlich und abwechslungsreich ist. Lauter gleiche und mehrheitlich rote Pisten sind nämlich nichts für uns. Wir suchen die sportliche Herausforderung und den Kick. An den Wochenenden nützen wir das Early-Bird Angebot, die Anreise ins Zillertal ist damit ein Klacks. Irgendwie sind wir mittlerweile routiniert wie ein altes Pärchen: Kurz vor acht Uhr stehen wir am 8er Jet und genießen frisch gerillten jungfräulichen Schnee. Auf der Pfaffenbühelseite steigern wir Tempo und Schwierigkeit konstant bis wir richtig Bock auf die Buckelpiste bekommen. Im Speed schlage ich Mike aber seine Technik ist definitiv besser. Es ist unglaublich, wie gut dieser Typ fahren kann. Warum nur? Der Canyon of Joy gehört zu unserem Pflichtprogramm. Am Brennen der Oberschenkel merken wir wie lahm wir geworden sind. Aber genau das brauchen wir. Nach einer Bratwurst mit großem Bier auf der Sonnenterrasse der 8er Alm sind wir wieder fit. Der Tag ist herrlich, wir genießen ihn ohne großes Gelaber. Wahrscheinlich einer der Gründe, warum sich Männer verstehen – es wird nicht alles durchdiskutiert....

 

Follow the sun Skifahren

Am Nachmittag folgen wir der Sonne auf die Holzalmseite und wagen uns auch in den Powder im Pistennahbereich. Obwohl wir nicht weit von der gesicherten Piste entfernt sind, haben wir die Lawinenausrüstung dabei. Seit den gemeinsamen Lawinenkursen sind wir nicht mehr so leichtsinnig wie früher. Später kann ich Mike noch zur Skimovie Strecke überreden. Wir messen unsere Zeiten, diesmal ist es er, der gewinnt. Dafür war mein Lauf ziemlich sexy, das sieht man an den Facebook likes für mein Skimovie. Immerhin schlage ich Mike in den Sozialen Medien. 

 

Ein Bubentraum als krönender Abschluss

Am späteren Nachmittag erfüllen wir uns noch einen Bubentraum – wir sind Beifahrer im Pistenbully. Ich bin mit Pistengerätfahrer Andi unterwegs und Mike steigt bei Tom ein. Die Dinger wiegen mehr als zwei ausgewachsene afrikanische Elefanten oder zehn Kleinwägen. Während wir in der knapp 500 PS starken Pistenraupe unterwegs sind, erzählt Andi uns von seiner Arbeit: Ein Schneemessgerät im Cockpit zeigt die Dicke der Schneeschicht an und wo ausgebessert werden muss. Ich bin fasziniert und bombardiere Andi mit vielen Fragen. „Das Gerät zu bedienen ist gar nicht wirklich schwer. Die Herausforderung besteht darin, gute Pisten zu machen, die lange halten“, sagt er. Per Funk plaudern wir mit Mike und Tom. Nach ca. zwei Stunden bringen uns die Jungs zurück zum Parkplatz – sie selbst haben noch ihre Nachtschichten vor sich.

 

Auf der Heimreise reden wir fast nichts. Es gibt ja auch nichts zu sagen – es war einer dieser genialen „Best-Buddy-Tage“.